Alte Kaserne / Galerie

Excelsior! Sabine Herrmann – Malerei

11.08. – 30.09.2018

Sabine Herrmann (* 1961 in Meißen) gehört zu den prägenden Malerinnen Berlins seit der Wendezeit und hat in den zurückliegenden Jahrzehnten ein Œuvre von beeindruckender Dichte und Konsequenz erarbeitet. Für ihre Malerei ist der Einsatz verschiedener Schichtungs- und Bearbeitungstechniken charakteristisch, denen sie das Papier als vorrangigem Bildträger unterzieht. In zumeist großformatigen Arbeiten entwickelt die Künstlerin aus komplexen Pigmentmischungen Bildräume von gleichermaßen lasierender Transparenz wie körperhafter Tiefe. Reminiszenzen an figurative Konstellationen bilden dabei häufig den Ausgangspunkt für weitgehend in die Abstraktion überleitende malerische Bildräume, die durch vielfache Schichtungen, Abwaschungen und den Einsatz einer prägnanten Farbigkeit entstehen.

Die Ausstellung im Zentrum für aktuelle Kunst zeigt neben aktuell entstandenen Arbeiten auch signifikante Werke der 1990er- und frühen 2000er- Jahre aus öffentlichen und privaten Sammlungen.

In Kooperation mit dem Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst

 

Abb: Sabine Herrmann, oval II (Auschnitt), 2006, Faserstift, Pigmente, Acryl auf Bütten auf MdF, 200 x 300 cm, Brandenburgisches Landesmuseum für moderne Kunst

Alte Kaserne / Galerie

Blackdance – Peter Hock & Timo Herbst – Zeichnung

11.08. – 30.09.2018

Mit der Ausstellung Blackdance treten die beiden Zeichner Peter Hock (*1962 in Heidelberg) und Timo Herbst (*1982 in Flensburg) in einen künstlerischen Dialog. Während Peter Hock mit Reißkohle auf großformatigen Blättern beinahe hypernaturalistische Bildräume entwirft, die an mikroskopische Bildaufnahmen erinnern, legt Timo Herbst in installativ angelegten zeichnerischen Räumen seinen Fokus auf die Analyse tänzerischer Choreografien. Ausgangspunkt beider Künstler ist der vertiefende Blick in strukturelle Zusammenhänge und die Beobachtung von Wahrnehmungsvorgängen. Aus tiefem Schwarz heraus entwickelt Peter Hock mit dem spröden Material der Reißkohle räumliche Strukturen von gleichermaßen plastischem wie malerischem Charakter. Demgegenüber seziert Timo Herbst auf überlappenden und zum Teil transparenten Papieren menschliche Bewegungen in feingliedrige Sequenzen, die u.a. Choreografien des bekannten Tänzers William Forsythe für Frankfurt reflektieren.

 

Abb: Timo Herbst, Sundial (Detail), 2017-2018, Graphit auf zweilagigem Japanpapier, 100 x 1400 cm; Peter Hock, Drift, 2016, Reißkohle auf Papier, 300 x 240 cm

Alte Kaserne / Projektraum

schälen, gießen – Julia Schramm – Malerei

11.08. – 30.09.2018

Mit der Ausstellung schälen, gießen stellt im Projektraum des ZAK eine Künstlerin der jüngeren Generation Arbeiten aus ihrem aktuellen Werkprozess vor. Julia Schramm (*1985 in Diepholz) entwickelt ihre Malerei an der Schnittstelle zwischen Abstraktion und Figuration aus einem experimentellen Umgehen mit Farbe, Bildträger und verschiedenen Bearbeitungsinstrumenten. Farbe wird auf am Boden liegende Leinwände geschüttet, Schichtungen lagern sich übereinander und mit Pinsel, Lappen oder Fingern lässt die Malerin Strukturen entstehen. Innerhalb eines mehrwöchigen Prozesses schälen sich aus Trocknungen, Aufbrechungen und weiteren Bearbeitungsschritten in einem finalen Stadium vielschichtige und lebendige Oberflächenstrukturen heraus. Figuren werden in den Arbeiten von Julia Schramm zu Ausgangspunkten komplexer Farbkompositionen, deren Charakteristikum ein weitgehender Grad von Abstraktion ist. Thema der aktuellen Werkgruppe sind Vögel, die zu Akteuren in Bildräumen von großer Farbintensität avancieren.

 

Abb: Julia Schramm, Kühlender Wald (Auschnitt), 2018, 100 x 200cm, Öl und Acryl auf Leinwand

Alte Kaserne / Lounge

Authors, Actors, Artists – Bettina Keller – Fotografie

11.08. – 30.09.2018

Die Fotografin Bettina Keller (*1960 in Bremen) bewegt sich mit ihrer Kamera seit vielen Jahren nah am Geschehen der Berliner Kulturwelt. Sowohl als freie Fotografin als auch im Auftrag von Institutionen hat sie zahlreiche Portraits von Autor*innen, Schauspieler*innen und Künstler*innen aufgenommen. Charakteristisch für viele ihrer Arbeiten ist die intime und einfühlsame Nähe zu den Portraitierten, die sie hinter die Theaterkulissen, auf Lesereisen oder auf Ausstellungseröffnungen begleitet. Für die Lounge des ZAK hat Bettina Keller Aufnahmen ausgewählt, die zum einen die kulturellen Entwicklungen Berlins in den vergangenen Jahrzehnten in sensiblen Aufnahmen nachvollziehbar werden lassen, die zum anderen aber auch an herausragende Persönlichkeiten erinnern, die die Kultur der Stadt maßgeblich geprägt haben. Dazu zählen Portraits von Sibylle Bergemann, Helmut Newton, Walter Kempowski, Harry Mulisch, Marcel Reich-Ranicki, Angelika Schrobsdorff, Toni Morrison, Georgette Dee, Jurek Becker, Raffaela Renzi und vielen anderen.

 

Abb: Bettina Keller, Portrait Raffaela Renzi (Ausschnitt), 1989, Baryt-Papier, 30 x 40 cm