SPAM – Spandau macht Alte Musik
Dafne 2.0

Italienische Höfe

Montag 20.2.2023 19:00 Uhr - 21:00 Uhr

Eintritt 25,- € / ermäßigt 20,- € / Schüler*innen 10,- €
Kartentelefon 030 – 333 40 22
Tickets

Musica Fiata, La Capella Ducale
Roland Wilson, Leitung und Zink

1627 kam anlässlich einer fürstlichen Hochzeit in Torgau die Oper »Dafne« von Heinrich Schütz zur Aufführung. Das Libretto ist erhalten, von der Musik fehlt jede Spur. Roland Wilson wollte sich damit nicht zufrieden geben und hat eine eigene Rekonstruktion dieses einzigen Bühnenwerks von Heinrich Schütz erstellt, die jetzt erstmals in Berlin zu sehen ist.

 

Programm
Heinrich Schütz (1585–1672)
»Dafne« rekonstruiert von Roland Wilson

Personen:
Apollo – Gott des Lichts, des Frühlings, der Heilung, der Weissagung, der Musik, der Bogenschützen etc.
Cupido – Gott des Verliebens in Gestalt eines halbwüchsigen Knaben mit Pfeil und Bogen
Venus – Cupidos Mutter, die Göttin der Liebe, der Schönheit und des Verlangens
Dafne – eine Nymphe auf der Jagd
Hirten, die vor allem als kommentierender Chor fungieren

Handlung:
Vorrede – Der antike Dichter Ovid leitet die Erzählung ein und bereitet sein Publikum vor auf das Drama zwischen einer »Dame, die nicht nach der Liebe fragt und nur tut, was ihr behagt« und dem Gott des Lichts – »Der uns allen gibt das Licht, sieht vor Liebe selber nicht«.

  1. Akt – Drei Hirten fürchten sich vor einem drachenartigen Ungeheuer, bis Apollo dieses erlegt und dafür von den Hirten gefeiert wird.
  2. Akt – Apollo verspottet Cupido als schlechten Schützen. Dieser kündigt seiner Mutter Venus an, sich an Apollo zu rächen. Die Hirten kommentieren die Szene mit Unbehagen: Wenn Cupido selbst über Götter so große Macht habe, »was dann wirst du nicht, o Kind, uns tun, die wir Menschen sind?«
  3. Akt – Dafne ist gerade hinter einem Hirsch her, als Apollo sie erspäht, sich auf der Stelle verliebt und sie offensiv umgarnt. Aber sein Interesse stößt nicht auf Gegenliebe: Dafne ist vielmehr genervt, dass Apollo ihre Jagd behindert, und verabschiedet sich. Doch Apollo eilt ihr nach: »Wer eifrig liebt, dem kann kein Ding entrinnen«. Der Hirtenchor führt aus, dass die wahre Lust in der Natur und der Jagd liege, und betont die unangenehmen Auswirkungen der Liebe: »Liebe, wer sich selber hasst. Aber wer sein gutes Leben will der freien Ruh’ ergeben, reißt sich von der argen Last«.
  4. Akt – Cupido verkündet Venus freudig seinen Triumph über den nun unglücklich verliebten Apollo. Die kommentierenden Hirten sehen ein, dass »kein Ding sei auf Erden, das nicht der Liebe weicht«.
  5. Akt – Apollo, krank vor Liebe, fordert die fliehende Dafne auf, stehen zu bleiben. Diese bittet ihren Vater, den Flussgott Peneios, ihre Gestalt zu verwandeln. Sie erstarrt zum Lorbeerbaum, dessen immergrüne Zweige Apollo fortan in seinem Haar tragen möchte. Die Hirten und Nymphen tanzen unter Lobgesängen um den allseits beliebten Baum.

 

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