Auf dieser Seite finden Sie weiterführende Informationen zu den Themen der Infostelen auf dem Zitadellen-Glacis. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen und eine interessante Zeit auf Ihrem Spaziergang über das Zitadellen-Glacis!

Eiswerder is the southernmost island in the river Oberhavel. With an area of 141,458 m², it is one of the largest islands in the Havel. The Krienicke, the lake-like area between Eiswerder and the Citadel, is said to be the site of the 1567 Knüppelkrieg between Spandau and Berlin. The island became of importance with the establishment of the Royal Fireworks Laboratory in 1829, which had emerged from the Secret laboratory for incendiary rockets at the Spandau Citadel. Over the course of the 19th century, the industrial buildings on the island were constantly expanded and Eiswerder became an integral part of Spandau’s armaments industry. During the Second World War, Eiswerder lost relevance for military use. After 1945, it ceased completely. The industrial buildings stood empty or were used for other purposes. In 1949, Arthur Brauner established a film studio, the Central Cinema Company, in two halls of the former testing facility for warfare agents. Today, Eiswerder is a popular water sports and recreation area with riverside paths and parks, newly developed residential buildings and a place for artists’ studios and event spaces in the former factory buildings.

Wladimir Samoilowitsch Gall

20. January 1919 – 9. September 2011

On 1 May 1945, Spandau Citadel was handed over to the Red Army after days of negotiations. Due to the efforts of the Soviet side, which sent two parliamentarians, Major Vasily Grishin as the commanding officer and Captain Vladimir S. Gall as a translator, to the Volkssturm entrenched in the citadel, there were no further fights or casualties. Gall, who worked as a cultural officer and lecturer in the following years, publicised the story and endeavoured to promote cultural exchange across borders during the Cold War. Despite invitations, Wladimir S. Gall only managed to see Spandau again in 1985. Wladimir Gall explained it like this: “I was, as the Soviet saying went, an invalid at point 5. The fifth point on the departure application form asked for nationality. And it said: Jew…”. Wladimir Gall remained a friend of Spandau in his final years, advocating for international understanding and humanism.

Die Spandauer Zitadelle ist im Bastionärsystem erbaut worden. Eine Bastion ist eine pfeilspitzenartige Konstruktion, die in Italien entwickelt wurde und die bis dahin im Festungsbau üblichen rundlichen Basteien ablöste. Der große Vorteil der Bastion gegenüber der Bastei liegt darin, dass sie keinen toten Winkel besitzt. Eine Bastion setzt sich aus zwei spitz zulaufenden Facen und zwei kürzeren Flanken zusammen, wobei ein Teil der Flanken ein Stück nach hinten verlagert ist. An dieser Stelle befinden sich die Kanonenhöfe, deren Aufgabe darin lag, der Kurtine und der Face der gegenüberliegenden Bastion durch ein Flankierungsfeuer Deckung zu geben. Die Kurtinen verbinden die Bastionen miteinander und boten den Verteidigern die Möglichkeit, in den Hof und zu den anderen Bastionen zu gelangen, ohne sich dem feindlichen Feuer auszusetzen. Die kleine Grünfläche, die außen an den Mauern der Zitadelle verläuft, ist die Berme. Diese leicht ansteigende Erdanschüttung diente bei der Verteidigung der Festung als Schussfeld. Sie blieb wie auch das Glacis, das Vorfeld der Festung auf der Sie sich gerade befinden, unbebaut und unbepflanzt, um Angreifern jedwede Möglichkeit zur Deckung zu nehmen.

Die Zitadelle Spandau ist eine Renaissancefestung aus dem 16. Jahrhundert, die als westliche Verteidigungsanlage der damaligen Residenzstadt Berlin-Cölln dienen sollte. Im Auftrag des Kurfürsten Joachim II. wurde sie in der Zeit von 1560 bis 1594 von den italienischen Architekten Francesco Chiaramella de Gandino und Rochus zu Lynar gebaut. De Gandino, maßgeblich an der Bastionierung der Stadt Küstrin beteiligt, und Lynar, für die Verbesserung der Dresdner Befestigungsanlage verantwortlich, konzipierten die Zitadelle (ital. citta della = kleine Stadt) nach den modernsten Erkenntnissen des Festungsbaus.

Während der napoleonischen Kriege war die Zitadelle von den Franzosen besetzt. Bei der Rückeroberung durch die Preußen 1813 wurde sie schwer beschädigt, als das Pulvermagazin in die Luft flog. Aufgrund finanzieller Engpässe konnte die Instandsetzung erst 1821 beginnen und dauerte bis 1842. Nach Ende des Deutsch-Französischen Krieges wurden bis 1919 Teile des Reichskriegsschatzes im Juliusturm verwahrt. Von 1935 bis 1945 waren die Heeresgasschutzlaboratorien der Wehrmacht auf der Zitadelle untergebracht.

Heute wird die Zitadelle Spandau mit ihren Museen und Galerien kulturell genutzt.

Die Stadt Spandau entwickelte sich aus einer slawischen Siedlung aus dem 10. Jahrhundert heraus. Die Altstadt entstand jedoch erst, als im 12. Jahrhundert die Siedlung aufgegeben und vom Burgwall aus nach Norden verlagert wurde.

Erstmalige schriftliche Erwähnung findet Spandau in einer Urkunde von 1197, Stadtrecht erhielt es 1232 von den askanischen Markgrafen Johann I. und Otto III.

Von 1626 bis 1903 war Spandau Festungsstadt und von Festungswällen umgeben. Dies hatte eine starke Einschränkung bezüglich Entwicklung und Ausdehnung der Stadt zur Folge, weshalb der Grundriss der Altstadt bis heute erhalten geblieben ist. Im Krieg wurden zwar viele Gebäude zerstört, insbesondere im Bereich des Marktplatzes, dennoch sind eine Reihe von historisch bedeutsamen Gebäuden und Sehenswürdigkeiten verschont geblieben. Die um 1468 entstandene St.-Nikolai-Kirche am Reformationsplatz ist das höchste Gebäude in der Altstadt. 1539 nahm Kurfürst Joachim II. hier das „Abendmahl in beiderlei Gestalt“ ein und brachte damit den evangelischen Glauben ins Havelland. Das nicht weit von der Kirche gelegene Gotische Haus in der Breiten Straße ist das älteste erhaltene Bürgerhaus in Berlin. Errichtet im 15. Jahrhundert, ist es in einer zur damaligen Zeit seltenen Steinbauweise gebaut worden.

Heute ist die Spandauer Altstadt eine Fußgängerzone mit vielen Geschäften, Restaurants und regelmäßig stattfindenden kulturellen Veranstaltungen.

Der Behnitz, die älteste Siedlungsstelle Spandaus, bildet den nördlichsten Teil der Spandauer Altstadt. Der Name Kolk – eigentlich nur eine Straße auf dem Behnitz – hat sich im Laufe der Jahre für diesen Teil der Stadt eingebürgert. Der Behnitz war ursprünglich mit der Zitadelleninsel verbunden. 1232, als Spandau erstmals das Stadtrecht erhielt, wurde eine Flutrinne angelegt, die Behnitz und Zitadelleninsel voneinander trennte. Mit Hilfe der Flutrinne wurden der für Spandau wichtige Mühlenbetrieb und der Schiffsverkehr auf der Havel geregelt, ein bewegliches Stauwehr regulierte den Wasserstand. Der Bau der ersten Schleuse ist nicht bekannt, vermutlich wurde um 1572 eine erste Kammerschleuse errichtet. Die Gebäude auf dem Behnitz und auch in der Altstadt stammen größtenteils aus dem 19. Jahrhundert. Während der Belagerung Spandaus durch die Preußen 1813, gerieten die Häuser in Brand und wurden zerstört. Da der Behnitz in den Rayon der Zitadelle fiel, durften beim Wiederaufbau nur Fachwerkhäuser und keine Massivhäuser gebaut werden.

Die heutige Schleuse Spandau wurde 2002 eröffnet und stellt eine wichtige Schnittstelle im Schiffsverkehr zwischen Spree, Havel und Oder dar.