Peter Herrmann – Erinnerung und Gegenwart
Malerei 1958-2017
Dauer: 11. Juni – 24. September 2017

Peter Herrmann, Jahrgang 1937, wächst in Dresden auf. Er arbeitet als Chemigraf und malt in seiner Freizeit in Öl. Wegweisend für ihn ist in den 50er-Jahren Jürgen Böttcher (Strawalde), der ihn 1961 in seinem verbotenen Kurzdokumentarfilm „Drei von vielen“ porträtiert. Zu seinem dortigen Freundeskreis gehören auch Winfried Dierske, Peter Graf, Ralf Winkler (A. R. Penck) und Peter Makolies. 1975 fasst Peter Herrmann sein Schaffen mit den Worten zusammen: „Aber das, was ich male, bin immer bloß ich selbst.“ 1984 verlässt er die DDR und lebt seit 1986 in Berlin, dort seit längerem in Spandau. Die Formate seiner Bilder werden zwar größer, ihre Farbigkeit intensiver und die Sujets vielfältiger, aber die Worte von 1975 gelten bis heute. Wer Peter Herrmann erlebt, trifft auf Lebenslust, Sensibilität, hintergründige Ironie, auf ein verschmitztes Lächeln, hinter dem sich aber auch Ernsthaftigkeit verstecken kann. Seinen Bilderzählungen haftet oft etwas Komisches an, selbst wenn sie historische Ereignisse spiegeln. Seine Bilder schaffen es, mit einer spielerischen Leichtigkeit ganz unterschiedliche Ereignisse und Zeiten zu verwickeln. Seine Malerei kommt direkt aus den Farben und findet ähnlich direkt zu ihren Motiven. 1998 ist er Preisträger der Villa Romana in Florenz. 2001 erhält er in Berlin den Fred Thieler Preis, der an Künstlerinnen und Künstler verliehen wird, die ihren Lebens- und Schaffensmittelpunkt in Deutschland haben und deren Werk abseits vom aktuellen Marktgeschehen „Positionszeichen” in der Entwicklung zeitgenössischer Kunst setzt.

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