Der Große Krieg im Kleinformat – Graphik- und Medaillenkunst zum Ersten Weltkrieg
Dauer: 20. Oktober 2017 – 21. Januar 2018
Eröffnung: Donnerstag 19.10., 19.00 Uhr

Der Erste Weltkrieg hat mit seinen ungeheuren Schrecken nicht nur Politik und Gesellschaft, sondern auch die bildende Kunst in den Grundfesten erschüttert. Künstler waren unmittelbare Zeugen der Ereignisse. Besonders in der kleinformatigen Graphik und Medaillenkunst wurden aufgrund ihres intimen Charakters die grauenhaften Ereignisse in bisweilen drastischer Weise thematisiert. Mehr als der großformatigen Malerei haftet ihnen etwas Spontanes, teilweise Subversives an.
Der Erste Weltkrieg war nicht zuletzt ein Krieg der Vorstellungen in Wort und Bild. Neben der offiziellen Propaganda in Flugblättern tritt 1914 auch die Künstlergraphik, um die es hier geht. Zu Beginn des Krieges häufig noch von Euphorie beflügelt, zogen bald Skepsis, Erschütterung, Anklage und Trauer in die Kunstwerke ein. 1918 brach für viele eine ganze Welt, ein ganzes Weltbild zusammen.
Die Werke aus dem Bestand von LETTER Stiftung Köln werden in thematischen Gruppen präsentiert, wobei bewusst sehr bekannte Künstler wie Otto Dix, George Grosz, Max Slevogt, Max Pechstein und Ludwig Meidner neben heute weitgehend unbekannten stehen. Das betrifft oft solche Künstler, die durch den vorzeitigen Tod im Krieg nie eine Chance auf eine reguläre Künstlerlaufbahn hatten.
Die Ausstellung Der Große Krieg im Kleinformat wurde aus dem enorm reichhaltigen Bestand der Kölner LETTER Stiftung von Dr. Bernd Ernsting zusammengestellt und kuratiert. Nach Stationen im Bayerischen Armeemuseum Ingolstadt, Mittelrhein-Museum Koblenz und dem Museum der Stadt Worms wird die Ausstellung 2018 von der Zitadelle weiter in die Ernst-Barlach-Stiftung Güstrow gehen.

Melchior Grossek „Kampf“, 1923 (Quelle: Letter Stiftung Köln)