Im April 2016 wurde im Proviantmagazin der Zitadelle die Dauerausstellung „Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler“ eröffnet. Die kulturhistorische Ausstellung zeigt politische Denkmäler, die einst das Berliner Stadtbild prägten, aber später daraus verschwunden sind. Zu den bedeutendsten Ausstellungsstücken gehören das 1898 bis 1901 errichtete Denkmalensemble der Siegesallee mit seinen brandenburgisch-preußischen Herrschern, der nationalsozialistisch geprägte „Zehnkämpfer“ von Arno Breker und der Kopf des monumentalen, 1970 am heutigen Platz der Vereinten Nationen in Friedrichshain enthüllten Lenin-Denkmals.

Was sonst im Museum nicht möglich ist: Hier ist Berühren in den meisten Fällen erlaubt.

Dieses Projekt wurde gefördert von:

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Künstlerische Intervention – “Haut, Stein”
Videoinstallation von Jakob Ganslmeier

Auszug aus dem Fotoprojekt "Haut, Stein" von Jakob Ganslmeier, das ehemalige Neonazis bei der Entfernung von rechtsradikalen Tätowierungen begleitete. © Jakob Ganslmeier

Das Projekt “Haut, Stein” des Fotografen Jakob Ganslmeier thematisiert einerseits den Ausstieg ehemaliger Neonazis und andererseits den Umgang mit historischen NS-Symbolen in der Architektur des öffentlichen Raums. Farbfotografien dokumentieren den Ausstieg ehemaliger Neonazis. Individuelle Portraits stellen den Prozess des Ausstiegs dar, indem sie die langwierige Entfernung von rechtsextremen Tattoos und damit die Entwicklung des Ausstiegs ehemaliger Neonazis aufzeigen. Schwarz-weiß-Fotografien zeigen historische NS-Symbole in der Architektur des öffentlichen Raums, die trotz Entnazifizierung entweder belassen wurden oder trotz Übermalungen und anderer Verfremdungen immer noch erkennbar sind. Die Architekturfotos sind als Diptychen angelegt. Sie zeigen die NS-Symbole im Einzelnen – an Häusern, Schmuckbändern, Fassaden – und in ihrem räumlichen Zusammenhang – im Dorf, an Straßen, in Siedlungen.

Das Gesamtprojekt stellt individuelle Geschichten in einen gesellschaftlich-politischen Zusammenhang. Aus der Zusammensetzung von einerseits den Werdegängen, Geschichten und Portraits der Aussteiger und andererseits den Architektur-Fotografien entsteht eine Analyse, die den Umgang mit Zeichen und Praktiken aus der NS-Zeit bis heute aufweist. Oftmals wird die deutsche Vergangenheit wie ein abgeschlossenes Kapitel behandelt; diesen Umgang mit Geschichte möchte diese Videoinstallation von “Haut, Stein” hinterfragen, um einen Diskurs lebendig zu halten.

Jakob Ganslmeiers Arbeiten fügen sich als Intervention in eine Dauerausstellung der Zitadelle ein: “Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler” zeigt politische Denkmäler der Berliner Geschichte und knüpft an die Frage an, welchen Gegenwartsbezug Monumente der Vergangenheit besitzen und welchen Umgang sie erfordern.

 

Abb.: © Jakob Ganslmeier, Aus der Serie „Haut Stein“, 2019, C-Print
Denkmäler der Siegesallee, Foto: Zitadelle Berlin, Friedhelm Hoffmann

Buchbares Führungsangebot

Angebot des Museumsdienst Berlin

In einer Führung erhalten Sie einen Überblick zu der Historie des Festungsgebäudes und entdecken so manche verborgene Geschichte hinter den Denkmälern der Ausstellung „Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler“.

Denkmal für die gefallenen Eisenbahner, Foto: Zitadelle Berlin, Friedhelm Hoffmann
Genius der Schlacht von Grossgoerschen, Foto: Zitadelle Berlin, Friedhelm Hoffmann
Stelen des Ernst Thälmann Denkmals, Foto: Zitadelle Berlin, Friedhelm Hoffmann
Proviantmagazin, Foto: Jens Achtermann

Location

Proviantmagazin

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