Mittwoch 10.6.2026 19:00 Uhr - 20:00 Uhr
Im Christentum lautet das fünfte Gebot: „Du sollst nicht töten“. Dieses Verbot findet sich auch im Judentum und im Islam, wenngleich es in jeder dieser Religionen eine andere Form annimmt. In ihrer Performance bezieht sich die Künstlerin auf den aktuellen Zustand der Welt, die aus den Fugen zu geraten scheint. Jeden Tag kommen Menschen durch Terroranschläge oder militärische Angriffe ums Leben. Unabhängig davon, ob es sich um zwischenstaatliche Konflikte oder terroristische Gruppen handelt, ist die zunehmende Gewalt deutlich spürbar. Offensichtlich verliert das sechste Gebot und damit der Wert der Menschlichkeit an Bedeutung, insbesondere angesichts von 8 Milliarden Menschen auf der Erde: Töten wird zum Sport. Die Künstlerin verwendet nicht den genauen Wortlaut, sondern die Paraphrase „Töten ist verboten“, um den universellen Charakter der Gebote zu betonen, ohne eine bestimmte Religion hervorzuheben. Die Erde spielt als „Gaia“ in vielen Mythologien eine zentrale Rolle. Alles stammt von ihr und alles kehrt zu ihr zurück, als Teil des Lebenszyklus. Auf diese Weise schenkt die Erde Leben und nimmt es mit dem Tod wieder auf. Die Erde (Gaia) symbolisiert somit sowohl das Leben als auch den Tod. Der natürliche Lebenszyklus wird jedoch durch die allgegenwärtige Gewalt in der heutigen Welt unterbrochen. Der Satz „Töten ist verboten“ verliert seine Bedeutung und wird zum Bild eines unnatürlichen, von Gewalt geprägten Verlusts des Lebens.
Nezaket Ekici (*1970 in Kirsehir/ Türkei) ist eine deutsche Performance-Künstlerin. Die Arbeit der Künstlerin basiert auf der gedanklichen Ausgestaltung von Ideen, die dem alltäglichen Leben entstammen und in Installationen und Performances zum Ausdruck kommen. Die kulturelle Atmosphäre, in der die Kunst geschieht und von der diese zehrt, wird dabei ebenso thematisiert wie auch abstrakte Themen wie z.B. Körperlichkeit, Zeit, Bewegung und Raum. In einem raumgreifenden, dynamischen und kultur-atmosphärisch aufgeladenen „Kunst-Geschehen“ im Sinne eines „Gesamtkunstwerks“ versucht die Künstlerin stets eine Interaktion mit dem Publikum zu etablieren.