Einzelausstellung
Laufzeit: 19.09.2026-03.01.2027
Begrüßung: Dr. Carola Brückner, Bezirksstadträtin für Kultur
Einführung: Dr. Ralf F. Hartmann, Künstlerischer Leiter ZAK
Funda Özgünaydin (* 1978 in Frankfurt/ Main) arbeitet ausgehend von einem umfangreichen künstlerischen Materialarchiv an hybriden Bildrealitäten, die durch das Collagieren, Dekonstruieren und (Neu-)Konstruieren von heterogenen Bestandteilen entstehen. In einem permanenten Wechselspiel zwischen fotografischer Vorlage, Materialapplikationen und subjektiver Übermalung generiert die Künstlerin neue Perspektiven auf Bildkonventionen und etablierte Narrative. Dabei verschwimmen Gattungsgrenzen ebenso wie die Texturen künstlerischer Techniken. Zweidimensionale Arbeiten gewinnen haptische Qualitäten hinzu und analoge Medien transformieren sich weiter in den digitalen Raum. Fragen nach Authentizität, Aura und Bedeutung des Bildes lösen sich in visuelle Impulse auf, die jenseits rationaler Zugänge vor allem auf die emotionale Erfahrung Wert legen. Die surrealistischen Strategien der Camouflage, der Überzeichnung und Ironie spielen immer wieder die Hauptrolle in einem kaum zu überblickenden Bilderkosmos.
Mit ihrer Ausstellung in der Lounge des ZAK bietet Funda Özgünaydin Einblicke in ihre weit verzweigten künstlerischen Arbeitsprozesse und zeigt sowohl Fotografie basierte Bildserien, in denen es um das Verhältnis von Tier zu Mensch geht, als auch Videominiaturen und großformatige Malerei, die die Chimäre – das hybride Zwischenwesen – zu einem neuen Medium der kritischen Welterkundung avancieren lässt. Viele ihrer Arbeiten untersuchen überkommene Strukturen und feste Identitäten, um in der Gegenwart komplexer Bildgebungsverfahren der Frage nach der Wahrheit hinter der Oberfläche ein Stück näher zu kommen.

Foto: Funda Özgünaydin: Deer-Bird Duo I, Pigmente auf Baumwollpapier, 2026